Weber Workshops hat am 14. Oktober 2026 eine überarbeitete EG-1 angekündigt. Die Flaggschiff-Single-Dose-Mühle mit 80-mm-Flachscheiben behält ihre Silhouette, doch fast alles im Inneren wurde neu konstruiert, und der Preis ist gestiegen. Die Frage für alle, die zu Hause im Single-Dosing mahlen: Welche Änderungen erleichtern den Alltag, und welche bleiben ungeprüfte Versprechen?

Die erste EG-1 erschien 2015, die V2 2019 und die V3 2022.

Gleiches Gehäuse, neues Innenleben (und ein höherer Preis)

Von außen hat sich wenig verändert: gleiche Proportionen, gleiche 80-mm-Flachscheiben, gleiche variable Drehzahl. Die eigentliche Arbeit steckt im Sockel und im Mahlweg, wo Motor, Mahlkammer, der Auswurfschacht, der das Mahlgut nach außen führt, und die Art der Bohnenzufuhr neu durchdacht wurden. Auch die Versionsnummern verschwinden. Gründer und CEO Douglas Weber sagt es unverblümt: „Wir wollen, dass die Leute sie kaufen, benutzen, warten und sich nicht mehr fragen, welche Version als Nächstes kommt. Es gibt keine v4. Es gibt die EG-1.“ Für frühere Generationen werden Service und Ersatzteile auf unbestimmte Zeit zugesagt.

Zwei magnetisch befestigte Mahlscheibensätze stehen zur Wahl: CORE, der Allrounder von Espresso bis Pour-over, und ULTRA, von SSP gefertigt und nur für Filterkaffee gedacht. Im europäischen Shop kostet die neue EG-1 4.900 € in Silver und 5.150 € in Onyx mit CORE-Mahlscheiben. Die Mk.3 wird als originalverpackter Restbestand weiterhin für 4.400 € und 4.850 € verkauft: 500 € weniger in Silver, 300 € weniger in Onyx. Der Versand soll in zwei bis drei Wochen beginnen; europäische Bestellungen werden aus einem Lager in Deutschland verschickt.

Das offizielle Launch-Video ohne Kommentar vermittelt einen ersten Eindruck.

Statische Aufladung und Retention: die zwei Versprechen

Ein aktiver Ionengenerator, in die abnehmbare Abdeckung der Mahlkammer integriert, soll die statische Aufladung genau dort neutralisieren, wo das Mahlgut die Kammer verlässt. Das zweite Versprechen heißt Vibe Tone: Nach dem Mahlen sollen Schwingungen des Motors den Kaffee lösen, der zwischen den Zähnen der Mahlscheiben zurückgeblieben ist. Frequenz und Ton lassen sich in der Browser-Oberfläche einstellen, denn, so Douglas Weber, „bestimmte Töne waren etwas wirksamer, aber das hängt von den Eigenschaften des Pulvers ab – wie fein, Röstgrad und so weiter.“

Bei der V3 lief das Purgen über eine eigene Taste in der Mitte des Drehzahlreglers, und die Retention lag laut Hersteller unter 0,1 g. Für das neue Modell wurde bisher kein Wert zur Retention oder zur statischen Aufladung veröffentlicht. Jedes Gerät wird im Werk mit Kaffee getestet und kann daher mit etwas Kaffee im Inneren ankommen.

Reinigung ohne Ausrichtungsritual

Die Abdeckung der Mahlkammer besteht jetzt aus einem einzigen Teil, das sich zum Reinigen oder zum Wechseln der Mahlscheiben von Hand und ohne Werkzeug abnehmen lässt. Dahinter soll „Intrinsic Alignment“ die Mahlscheiben allein durch die mechanische Konstruktion parallel und konzentrisch halten (zusätzliche Lager, engere Toleranzen, eine überarbeitete innere Architektur), sodass danach keine manuelle Neuausrichtung nötig sein sollte – ein Konstruktionsversprechen, das bisher niemand gemessen hat. Jede Mühle verlässt das Werk mit einem auf einen definierten Nullpunkt eingestellten Einstellrad; diesen Nullpunkt kann der Besitzer neu kalibrieren.

Motor, Bean Feeder und die kleinen Details

Für den überarbeiteten Motor werden 22 % mehr Drehmoment angegeben, ohne genannte Vergleichsbasis, außerdem erhält er eine automatische Abschaltung. Der optionale Bean Feeder wird nach einem kurzen Teiletausch magnetisch befestigt, arbeitet mit einem Mechanismus ohne Quetschgefahr und dosiert die Bohnen in die Mahlscheiben; sein Durchfluss soll der gewählten Drehzahl folgen. Mit der V3 ist er nicht kompatibel.

Kleinere Details: eine LED im Ein-/Aus-Schalter, die den Status der Mühle anzeigt, mit konfigurierbarem Verhalten und einstellbarer Helligkeit; ein USB-C-Anschluss hinter einer verschiebbaren Staubabdeckung für Firmware-Updates und Einstellungen; und ein Netzanschluss, der sich von hinten nach unten schwenken lässt, wenn das Kabel durch die Arbeitsplatte geführt wird.

Was das für Kaffeeliebhaber bedeutet

Zu Hause betreffen die konkreten Änderungen die Wartung (eine werkzeuglose Abdeckung, eine Ausrichtung, die ohne Nachjustieren auskommen soll, ein zurücksetzbarer Nullpunkt) und den Workflow, mit Ionengenerator, Vibe Tone und Bean Feeder. Die beiden größten Versprechen, geringe Retention und neutralisierte statische Aufladung, bleiben unbestätigt, bis sie unabhängig gemessen werden. Ein Mechanismus verdient seinen Platz nur, wenn er die Morgenroutine verkürzt, statt eine weitere Sache hinzuzufügen, um die man sich kümmern muss, und der Preis bleibt für die meisten Heimbaristas eine ernsthafte Hürde; sie schauen sich vielleicht eher eine kompakte Mühle mit Flachscheiben wie die Eureka Mignon an. Eine originalverpackte Mk.3, 300 bis 500 € günstiger, bleibt eine Option.

Weiterführende Artikel

Ohne Ionengenerator ist ein einziger Tropfen Wasser zu Hause die übliche Antwort auf statische Aufladung, was die Frage aufwirft, ob dieses Wasser einer Mühle schaden kann; der neuen EG-1 liegt weiterhin ein RDT-Zerstäuber bei. Die Marke stellt auch hochwertige Handmühlen her.