Das Unternehmen hinter der Magnifica Duo und der PrimaDonna Aromatic (auf Amazon als vergleichbares Modell De'Longhi PrimaDonna Soul ECAM612.55.SB) besitzt jetzt fast vollständig das Unternehmen, das die Linea Mini baut. Die De'Longhi Group hat am 15. Oktober 2026 angekündigt, ihren Anteil an La Marzocco und Eversys auf 88 % zu erhöhen. Ein dicker Scheck, aber keine neue Übernahme.
Beide Marken gehörten bereits zur Profisparte des Konzerns. Was ändert sich also für alle, die von einer High-End-Espressomaschine träumen? Die kurze Antwort: vorerst nichts, zumindest auf dem Papier. Die längere Antwort zeigt, warum Gastronomiemaschinen für De'Longhi inzwischen so wichtig sind.
Was genau hat De'Longhi gekauft?
Das Geschäft betrifft die Profisparte mit dem Namen La Marzocco, Eversys & Co. Der Anteil von De'Longhi steigt von 61,56 % auf 88,02 %, durch den Kauf eines Pakets von 26,46 %.
Der Preis beträgt 662,5 Millionen Euro, in bar und in einer einzigen Rate gezahlt. Der Abschluss erfolgte am Tag nach der Unterzeichnung, am 16. Oktober 2026, mit Zahlung und Übertragung der Anteile.
De'Longhi zahlt aus eigenen Barmitteln und eigens dafür aufgenommenen Krediten. Zum 30. Juni 2026 hatte der Konzern mehr Geld als Schulden: eine positive Nettofinanzposition von 687 Millionen Euro. Für Kaffeeliebhaber ist der entscheidende Punkt einfach: Keine Marke kommt zum Konzern hinzu, und keine verlässt ihn.
Wer hat verkauft, und warum ist das wichtig?
Verkäufer ist DLI Limited, die Beteiligungsgesellschaft, die auch De'Longhi kontrolliert. Einfach gesagt: Dieselben Eigentümer saßen auf beiden Seiten des Tisches. Die Börsenregeln stufen das als bedeutendes Geschäft zwischen nahestehenden Parteien ein, das zusätzliche Prüfungen erfordert.
De'Longhi hatte allen Aktionären der Sparte identische, unverbindliche Angebote geschickt, und DLI nahm an. Der Verwaltungsrat stimmte anschließend einstimmig zu, nach einer positiven Stellungnahme seiner unabhängigen Mitglieder.
Die letzten 11,98 % bleiben bei Minderheitsaktionären, die nicht verkauft haben und die im Dezember 2023 vereinbarten Ausstiegsrechte behalten. Ab März 2028 können sie einen Börsengang (IPO) der Sparte verlangen. Ab März 2029 können sie eine Abspaltung beantragen, bei der die Anteile der Sparte an die Aktionäre ausgegeben werden. Die Eigentumsverhältnisse bei La Marzocco könnten sich also noch einmal verschieben.
Wie kamen La Marzocco und Eversys zusammen?
La Marzocco wurde 1927 in Florenz gegründet, Eversys dagegen viel später, 2009 in der Schweiz. Eversys war für De'Longhi der Einstieg in die Gastronomiemaschinen. Der Konzern kaufte 2017 40 % des Schweizer Herstellers und 2021 den Rest.
La Marzocco ging einen anderen Weg: Die meisten Anteile gehörten DLI, nicht De'Longhi. Am 21. Dezember 2023 vereinbarten die beiden Unternehmen, sich eine gemeinsame Muttergesellschaft zu teilen und dabei ihre eigenen Namen zu behalten.
Der Zusammenschluss wurde im Februar 2024 vollzogen. De'Longhi brachte Eversys und Barmittel ein und hielt danach die Mehrheit. DLI behielt rund 26,5 %: genau der Anteil, der in diesem Oktober verkauft wurde. Die übrigen Anteile blieben bei den langjährigen Investoren von La Marzocco.
Wie groß ist das Geschäft mit Gastronomiemaschinen?
In den zwölf Monaten bis zum 30. Juni 2026 erzielte die Sparte 569 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 38 %. Ihr operativer Bruttogewinn vor Abschreibungen und Sondereffekten erreichte 172 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 30,2 %, fast einem Drittel jedes Umsatz-Euros.
Seit dem Zusammenschluss 2023 ist der Umsatz um mehr als 50 % gestiegen, und dieser Gewinn hat sich verdoppelt. Der Wert der Sparte für ihre Aktionäre (Eigenkapitalwert) stieg von 1.283 Millionen Euro auf 2.501 Millionen Euro. 2026 soll der Umsatz 600 Millionen Euro übersteigen.
Zum Vergleich: Der gesamte Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Trotzdem bringen die Gastronomiemaschinen bereits rund 25 % des Konzerngewinns ein. CEO Fabio de' Longhi zufolge wird der Schritt „es uns ermöglichen, den Beitrag der Profisparte zum Nettogewinn des Konzerns weiter zu steigern und zugleich die derzeitige Eigentümerstruktur zu vereinfachen“.
La Marzocco oder Eversys: Was ist der Unterschied?
La Marzocco baut klassische Gastronomiemaschinen, ausgelegt auf thermische Stabilität in den Händen anspruchsvoller Baristas. Die Marke stellt auch Mühlen und High-End-Maschinen für zu Hause her, die Technik und Bauweise mit ihren Gastronomiemodellen teilen.
Eversys verfolgt einen anderen Ansatz. Die Marke baut professionelle Vollautomaten, die sie „Super Traditional“ nennt: Espresso in Café-Qualität mit dem Bedienkomfort eines Vollautomaten. Der modulare Aufbau erleichtert die Wartung, und die integrierte Telemetrie ermöglicht eine Fernüberwachung.
Das Sortiment beginnt mit der kompakten Legacy und der Cameo für Spezialitätenkaffee-Cafés. Die Enigma mit Doppelboiler zielt auf hohe Tassenzahlen, die Shotmaster auf Betriebe mit dem größten Andrang. Zusammen bedienen die beiden Marken sowohl Baristas, die selbst Hand anlegen, als auch Cafés, die Tempo und Konstanz brauchen.
Linea Micra oder Linea Mini: Welche La Marzocco passt nach Hause?
Für zu Hause umfasst das Sortiment von La Marzocco die Linea Micra und die Linea Mini. Beide haben zwei Kessel und eine PID-Regelung, einen elektronischen Thermostat, der die Temperatur stabil hält.
Die Micra ist eine verkleinerte Linea Classic S. Sie wiegt 19 kg und misst 33,8 cm in der Höhe, 29,0 cm in der Breite und 47,2 cm in der Tiefe. Dank eines 2-Liter-Wassertanks ist ein Festwasseranschluss optional, und der Dampfkessel fasst 1,6 l.
Die Mini ist die schwerere Schwester, mit 30 kg, einem 3-l-Dampfkessel und einem 2,5-l-Wassertank. Ihre Überarbeitung bringt einen Shot-Timer, Brew-by-Weight mit Waagen von La Marzocco (der Shot wird über das Gewicht in der Tasse gesteuert) und einen einstellbaren Pumpendruck. Die Vorbrühung, ein sanftes Benetzen des Kaffees vor dem vollen Druck, kann jetzt bis zu 99 Sekunden dauern.
Für keine der beiden Maschinen wird ein Preis genannt. Eine weitere Option für zu Hause finden Sie in unserem Erfahrungsbericht zur Lelit Mara X V2.


Wird Ihre nächste La Marzocco anders sein?
Auf dem Papier ändert sich für Ihre nächste Maschine nichts. Das Geschäft verschiebt Beteiligungsquoten innerhalb eines Konzerns, dem beide Marken bereits gehörten. Änderungen an Produkten, Preisen, Marken oder Management wurden nicht angekündigt. Und der Grundsatz getrennter Marken stammt aus dem Plan von 2023, nicht aus diesem Geschäft.
Was sich ändert, ist das Gewicht des Gastronomiegeschäfts. Eine Sparte, die rund ein Viertel des Konzerngewinns erwirtschaftet, gehört jetzt zu 88 % De'Longhi. Der Konzern behält außerdem Spielraum für mögliche externe Expansion.
Die Auswirkungen auf Preise, Kundendienst oder gemeinsame Technik bleiben abzuwarten. Dasselbe gilt für die Haushaltssparte von De'Longhi, zu der die auf diesem Blog getesteten Magnifica Duo und PrimaDonna Aromatic gehören.
Wenn Sie jetzt auf der Suche sind, zeigt unser Treffen mit Sage auf der Paris Coffee Show einen anderen Weg zu Espresso wie im Café für zu Hause.
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