Seit ich mich ernsthaft mit Specialty Coffee beschäftige, ist die Waage zum zentralen Accessoire meiner Kaffeeecke geworden. Timemore hat mir die Basic 3.0 zum Testen zugeschickt, und nach einigen Wochen täglicher Nutzung zwischen pour-over und espresso, hier mein Fazit.

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Diese Waage wurde mir von Timemore zur Verfügung gestellt. Die Erstellung dieses Artikels erfolgt vollständig unabhängig: Meine Bewertung basiert ausschließlich auf meiner tatsächlichen Nutzererfahrung, ohne jeglichen kommerziellen Einfluss.

Vorstellung — Design, Abmessungen und verfügbare Modi

Die Timemore Basic 3.0 kommt in einer schlichten und sorgfältig gestalteten Verpackung, die der Ästhetik der Marke Timemore treu bleibt. Im Lieferumfang befinden sich die Waage, eine rutschfeste Gummimatte und ein USB-C-Kabel zum Aufladen.

Das erste, was auffällt, ist das Format. Die Basic 3.0 ist 35 % kleiner und 25 % leichter als die Basic 2, und vor allem ist sie nur 2 cm dick — gegenüber 3 cm bei ihrem Vorgänger. Dieser eine Zentimeter Unterschied mag auf dem Papier unbedeutend erscheinen, macht in der Praxis jedoch alles aus für alle, die eine Waage unter einer Espressomaschine mit wenig Freiraum verwenden. Die Waage ist außerdem deutlich leichter, mit 300 g, gegenüber etwa 380 g bei der Basic 1 und Basic 2. Für alle, die ihr Equipment häufig transportieren, ist das ein echter Komfortgewinn.

Das LED-Display ist unter allen Bedingungen gut lesbar, und die Reaktionsschnelligkeit des Sensors ist bereits bei der ersten Nutzung unmittelbar spürbar. Das Aufladen erfolgt per USB-C, ein willkommener Standard, der proprietären Kabeln ein Ende setzt.

Die Basic 3.0 bietet drei Betriebsmodi, die durch einfaches Drücken der seitlichen Taste zugänglich sind: einen Standardmodus, einen Pour-over-Modus und einen Espresso-Modus. Jeder Modus wird durch ein eigenes Symbol auf dem Display angezeigt. Das Umschalten zwischen den Modi ist flüssig und intuitiv, selbst mitten in der Zubereitung. Es ist außerdem möglich, von Gramm auf Unzen umzuschalten, indem man die rechte Taste fünfmal drückt — eine Option, die ich nie verwende, die aber anglophone Nutzer erfreuen wird.

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Verwendung im Pour-over-Modus — Echtzeit-Verhältnis und automatischer Timer

Der pour-over-Modus ist eindeutig die Funktion, die mich bei der ersten Verwendung am meisten überrascht hat. Sobald der Modus aktiviert ist, bietet die Waage eine Echtzeit-Verfolgung des Wasser/Kaffee-Verhältnisses: Sie wiegen Ihre Bohnen, drücken die Verhältnis-Taste, und die Waage speichert Ihre Dosis. Sobald Sie beginnen, Wasser einzugießen, zeigt das Display das aktuelle Verhältnis live an — zum Beispiel 1:14,5 oder 1:16,2 — ohne dass Sie im Kopf berechnen müssen, wie viele Gramm Wasser Sie eingießen sollen.

Was mir besonders gefällt, ist der automatisch auslösende Timer. Durch Drücken der Countdown-Taste wartet die Waage darauf, einen Wasserfluss zu erkennen, um die Stoppuhr zu starten — kein lästiges gleichzeitiges Eingießen und Drücken mehr. Bei Rezepten mit mehreren Aufgüssen ist das ein echter Komfortgewinn. Am Ende der Extraktion zeigt das Display eine Zusammenfassung: endgültiges Verhältnis, Gesamtgewicht des eingegossenen Wassers und Extraktionszeit. Diese Daten bleiben bis zum manuellen Zurücksetzen angezeigt, sodass man sie in Ruhe notieren kann.

In Bezug auf die Genauigkeit habe ich die Messungen der Basic 3.0 mit meiner Nano in einer Reihe von pour-over-Extraktionen im V60 mit Dosen von 15 g für 250 ml Wasser verglichen. Die Ergebnisse sind zwischen beiden Waagen vollkommen konsistent, mit Abweichungen unter 0,2 g — weit innerhalb der akzeptablen Toleranzen für diese Art der Extraktion. Die Reaktionsfähigkeit des Sensors ist deutlich besser als das, was ich bei meiner Timemore Black Mirror Nano beobachtet hatte, und das merkt man bereits beim ersten Aufguss: Das Display folgt dem Fluss nahezu in Echtzeit, ohne die leichte Verzögerung, die manchmal irreführend sein konnte.

Basic 3.0 — Pour-over-Modus
5/5
Der pour-over-Modus der Basic 3.0 ist der beste, den ich je bei einer Waage in dieser Preisklasse verwendet habe. Die Live-Verhältnisverfolgung und der automatische Timer vereinfachen den Workflow wirklich, ohne unnötige Komplexität hinzuzufügen. Im Vergleich zu meiner Nano ist das ein echter qualitativer Sprung in Sachen Ergonomie.

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Verwendung für Espresso — Blitztara und automatische Erkennung

Beim Espresso liefert die Basic 3.0 meiner Meinung nach ihre beeindruckendste Leistung. Das Versprechen von Timemore ist eine Tara, die genauso schnell ist wie bei teureren Waagen — und nach mehreren Wochen Nutzung kann ich bestätigen, dass das kein Marketing ist.

Im Espresso-Modus ändert sich das Verhalten der Waage grundlegend. Sobald man eine Tasse oder ein Glas auf die Plattform stellt, erfolgt die Tara in weniger als 2 Sekunden. Diese Reaktionsfähigkeit ist entscheidend für einen reibungslosen Espresso-Workflow: Man kann die Extraktion starten, ohne zu warten, bis sich die Waage stabilisiert hat. Ich habe diese Reaktionsfähigkeit unter realen Bedingungen getestet, indem ich die Tasse mehrmals hintereinander abgestellt habe, und die Tara erfolgte jedes Mal, bevor die ersten Tropfen fielen.

Die automatische Erkennung des Extraktionsbeginns funktioniert in der großen Mehrheit der Fälle gut: Der Timer startet, sobald die Waage eine gewichtsbedingte Veränderung durch die ersten Tropfen erkennt. Die Erkennung des Extraktionsendes stoppt nach einer leichten Verzögerung von einigen Sekunden, was verhindert, dass die Waage ihre Messungen unterbricht, wenn der Kaffee unregelmäßig aus der Maschine fließt. Mit meiner Nano ist es mir viele Male passiert, dass die Waage ihre Messungen gestoppt hat, weil der Kaffee noch nicht in einem kontinuierlichen Fluss zu fließen begonnen hatte — das ist also eine echte Verbesserung gegenüber meiner Timemore Black Mirror Nano. Die Daten bleiben bis zur manuellen Nullstellung angezeigt, sodass man das Endergebnis in Ruhe ablesen kann.

Die Präzision beim Espresso ist ausgezeichnet. Bei einer Reihe von Extraktionen mit 18 g auf 36 g Flüssigkeit hat die Basic 3.0 durchgehend Messwerte angezeigt, die mit meiner Nano übereinstimmten, mit vernachlässigbaren Abweichungen. Das LED-Display bleibt auch bei starkem Umgebungslicht perfekt lesbar, und die kompakte Größe der Waage ermöglicht es ihr, unter den meisten Espressomaschinen problemlos Platz zu finden.

Basic 3.0 — Espresso-Modus
5/5
Beim Espresso ist die Basic 3.0 deutlich angenehmer zu verwenden als meine frühere Timemore Black Mirror Nano. Die Navigation durch die Waagen-Optionen ist viel einfacher, die nahezu sofortige Tara verändert den Alltag wirklich, und die automatische Flusserkennung ist zuverlässig genug für den regelmäßigen Einsatz. Und das alles zu einem niedrigeren Preis als meine Nano.

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Fazit

Timemore Basic 3.0
5/5
Die bisher beste Kaffeewaage von Timemore — außergewöhnliche Reaktionsschnelligkeit für ihren Preis.

Die Timemore Basic 3.0 ist ohne Zögern die Kaffeewaage, die ich heute als Erstes empfehle, wenn mich jemand um Rat fragt. Sie vereint alles, was man von einer Specialty-Waage erwartet — Präzision, Reaktionsschnelligkeit, durchdachte dedizierte Modi — in einem kompakten Format und zu einem Preis, der keinen ernsthaften Konkurrenten hat. Die nahezu sofortige Tara im Espresso-Modus ist genau die Art von Detail, das unbedeutend erscheint, bis man sich daran gewöhnt hat — und danach gibt es kein Zurück mehr.

Im Vergleich zu meiner Timemore Black Mirror Nano ist der Qualitätssprung real und sofort spürbar. Im Vergleich zu High-End-Waagen schließt die Basic 3.0 einen Großteil der funktionalen Lücke zu einem niedrigeren Preis. Sie richtet sich gleichermaßen an den Home Barista wie an Profis.

Timemore hat eine Meisterleistung vollbracht, indem sie die Navigation zwischen den Menüs vereinfacht und die Waage zu einem recht zugänglichen Preis anbietet, während alles teurer wird. Man muss sich nicht mehr mit seiner Waage herumschlagen, um den richtigen Modus für die jeweilige Extraktionsart zu finden. Persönlich wird sie meine Timemore Black Mirror Nano ersetzen.

Vorteile
  • Ultraschnelle Tara
  • Vollständiger pour-over-Modus — Echtzeit-Verhältnis, automatischer Timer beim ersten Fluss
  • Kompaktes Format2 cm Dicke, 300 g, passt unter die meisten Espressomaschinen
  • USB-C
  • Preis
  • Klares LED-Display
Nachteile
  • Erkennung des Extraktionsendes mit einer leichten Verzögerung von einigen Sekunden vor der Bestätigung
  • Etwas dicker als die Nano — nicht ideal für Maschinen mit sehr wenig Freiraum

Weiterführende Informationen